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AI ist längst kein Experiment mehr, sondern fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Mitarbeitende lassen sich von AI-Assistenten Dokumente zusammenfassen, E-Mails vorformulieren und Gespräche übersetzen – und immer mehr Unternehmen möchten eigene AI-Anwendungen auf Basis ihrer internen Daten aufbauen. Damit stehen IT-Verantwortliche und Geschäftsführer vor einer ganz praktischen Infrastrukturfrage: Wo soll diese AI eigentlich laufen? Auf den Laptops der Belegschaft, auf einem eigenen AI-System unter dem Schreibtisch oder in der Cloud?

Stellen Sie sich eine Steuerberatungskanzlei mit 40 Mitarbeitenden vor. Die Partner möchten eingehende Mandantenunterlagen per AI vorsortieren und Standardschreiben automatisch entwerfen lassen. Die Belegschaft nutzt bereits einen kostenlosen Cloud-Chatbot – mitunter auch mit Mandantendaten, die das Unternehmen niemals verlassen dürften. Und ein technikaffiner Kollege hat einen NVIDIA DGX Spark beantragt, um „unser eigenes Modell zu bauen“. Drei Anfragen – und drei völlig unterschiedliche Hardware-Antworten.

Dieser Leitfaden vergleicht die drei wichtigsten Optionen – AI-PCs, kompakte AI-Workstations mit NVIDIAs GB10-Chip und Cloud-AI-Dienste – und hilft Ihnen bei der Entscheidung, welche Kombination zu Ihrem Unternehmen passt.

Die geschäftliche Herausforderung: Alle wollen AI – aber nicht alle brauchen dieselbe Hardware

AI-Workloads unterscheiden sich enorm. Ein Meeting zusammenzufassen ist eine kleine Aufgabe. Ein Sprachmodell mit zehn Jahren Projektdokumentation anzupassen, ist eine große. Und einen Chatbot für Tausende Kunden zu betreiben, ist noch einmal etwas ganz anderes. Hardware, die für eine dieser Aufgaben ideal ist, ist für eine andere oft schlicht rausgeworfenes Geld.

Wenn Unternehmen hier falsch entscheiden, zeigt sich das meist auf eine von drei Arten:
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Fehlinvestitionen

Teure Spezialhardware bleibt ungenutzt, weil niemand das nötige Know-how oder einen klaren Anwendungsfall hat.

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Schatten-AI

Mitarbeitende kopieren sensible Daten in kostenlose Consumer-Tools, weil es keine freigegebene Alternative gibt.

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Unvorhersehbare Kosten

Die Nutzungsgebühren für Cloud-Dienste steigen schneller als geplant, sobald sich KI im Unternehmen verbreitet.

Business-Laptop mit laufendem Videocall neben einem Headset auf einem weißen Schreibtisch in einem hellen Büro

Option 1: AI-PCs – Alltags-AI für alle Mitarbeitenden

Der AI-PC ist derzeit die sichtbarste Veränderung bei Business-Hardware – und für die meisten Unternehmen der einfachste Weg, AI in die gesamte Belegschaft zu bringen. Ein AI-PC ist ein Business-Laptop oder -Desktop mit integrierter Neural Processing Unit (NPU). Dieser spezialisierte Prozessor übernimmt AI-Aufgaben ergänzend zu CPU und Grafikchip.

Warum ist das wichtig? Viele AI-Funktionen laufen im Arbeitsalltag permanent im Hintergrund – von Rauschunterdrückung und Hintergrundunschärfe in Videocalls bis zu Live-Untertiteln und einer intelligenteren Suche. Müssten CPU oder Grafikchip all das stemmen, würden Laptops heißer laufen, langsamer werden und ihren Akku schneller leeren. Die NPU erledigt diese Aufgaben mit deutlich weniger Energie, sodass der Rest des Systems für die eigentliche Arbeit frei bleibt.

Für Microsofts Copilot+-PC-Kategorie benötigen Geräte eine NPU mit mindestens 40 TOPS, 16 GB RAM und eine 256-GB-SSD. Aktuelle Prozessorgenerationen übertreffen diese Anforderungen deutlich: Intels Core Ultra Series 3 bietet eine NPU mit 50 TOPS, die Ryzen-AI-400-Serie von AMD erreicht 60 TOPS und die Snapdragon-X2-Chips von Qualcomm kommen auf 80 TOPS. Intel rechnet damit, dass 2026 rund jeder zweite neue PC ein AI-PC sein wird. Für die meisten Unternehmen stellt sich daher nicht die Frage, ob AI-PCs kommen, sondern wann – und die Antwort lautet meist: mit dem nächsten Hardware-Refresh.

Vorteile
Bessere Videocalls
Rauschunterdrückung, Hintergrundunschärfe und Live-Untertitel laufen, ohne das System auszubremsen.
Integrierte Produktivitätsfunktionen
Windows 11 bietet lokale AI-Assistenten und eine intelligentere Suche.
Längere Akkulaufzeit
Die NPU erledigt AI-Aufgaben effizienter als die CPU.
Mehr Datenschutz
Die Daten für diese Funktionen verlassen das Gerät nicht.
Kein zusätzlicher Budgetposten
Die AI-Funktionen kommen mit dem regulären Hardware-Refresh ganz automatisch.
Grenzen
Nur kleine Modelle
NPUs sind für kompakte AI-Aufgaben ausgelegt, nicht für große Sprachmodelle mit zig Milliarden Parametern.
Software holt noch auf
Bislang nutzen vergleichsweise wenige Anwendungen die NPU, und Microsofts neuere AI-Werkzeuge setzen zusätzlich auf GPU und CPU.
TOPS sind nicht alles
Ein höherer Wert allein garantiert noch keine bessere Nutzererfahrung. Arbeitsspeicher und Gesamtkonfiguration sind mindestens ebenso wichtig.
Ideal für: Ihre gesamte Belegschaft. AI-PCs werden mit jedem Hardware-Refresh zur Standardausstattung.
Kompakte, quadratische KI-Workstation mit roter Status-LED auf einem aufgeräumten Entwicklerschreibtisch neben einem Laptop

Option 2: Kompakte AI-Workstations mit NVIDIA GB10

Bei AI-PCs geht es darum, AI zu nutzen. Bei kompakten AI-Workstations geht es darum, AI zu entwickeln. Bis vor Kurzem hatten Teams, die große AI-Modelle testen, anpassen oder betreiben wollten, zwei Möglichkeiten: GPU-Kapazität in der Cloud mieten oder in teure Server-Hardware investieren. Eine neue Klasse „persönlicher AI-Computer“ bietet nun eine dritte Option. NVIDIA hat sie mit DGX Spark eingeführt, und führende Hersteller von Business-PCs bieten eigene Varianten auf derselben Plattform an: den Dell Pro Max mit GB10, die HP ZGX Nano G1n AI Station und die Lenovo ThinkStation PGX. Die Idee dahinter ist bei allen gleich: Entwickler bauen und testen Modelle lokal und überführen sie anschließend für den Produktivbetrieb in die Cloud. Zur Einordnung: Ein System dieser Klasse bietet mehr Leistung als NVIDIAs Rechenzentrumssystem DGX-1 aus dem Jahr 2016 – bei deutlich niedrigerem Preis und Stromverbrauch.

Was alle GB10-Workstations gemeinsam haben

Jedes System dieser Kategorie basiert auf dem NVIDIA GB10 Grace Blackwell Superchip, der eine Blackwell-GPU mit einer 20-Kern-Arm-CPU kombiniert. Er liefert bis zu 1 PetaFLOP AI-Leistung, bietet 128 GB Unified Memory und unterstützt Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern. Zwei Systeme lassen sich koppeln, um mit Modellen von bis zu 405 Milliarden Parametern zu arbeiten. Das gesamte System misst dabei gerade einmal 150 × 150 mm. Vorinstalliert sind NVIDIA DGX OS und der NVIDIA AI Software Stack, einschließlich Tools wie PyTorch und Jupyter.

Warum der Arbeitsspeicher entscheidend ist: Große AI-Modelle laufen nur, wenn sie vollständig in den Speicher passen. Eine typische professionelle Grafikkarte bietet nur einen Bruchteil dieser Kapazität. Bei GB10-Systemen teilen sich CPU und GPU die 128 GB – so lassen sich Modelle laden, an denen herkömmliche Workstations schlicht scheitern.

Dell, HP oder Lenovo: Worin sich die Modelle unterscheiden

Da die zentralen Spezifikationen identisch sind, geht es bei der Wahl des Herstellers weniger um Leistung als vielmehr darum, wie gut sich das System in Ihre bestehende IT einfügt:

  • SSD-Kapazität: Die Konfigurationen reichen von 1 TB bis 4 TB. Dell bietet 1, 2 oder 4 TB an, HP 1 TB oder 4 TB. Arbeitet Ihr Team mit mehreren großen Modellen und Datensätzen, ersparen 4 TB viel Aufräumarbeit. Bei 1 TB empfiehlt es sich, Modelle und Daten auf einem NAS oder Server abzulegen.

  • Herstellersoftware: HP ergänzt sein ZGX Toolkit, das Open-Source-Frameworks, Experiment-Tracking mit MLflow, Tests mit Ollama und einen einfachen Export für das Deployment bündelt. Zudem ist das HP-System darauf ausgelegt, als vernetzte AI-Ressource für bestehende Windows-, Mac- oder Linux-Geräte zu dienen. Dell betont, dass sich Modelle problemlos zwischen dem Desktop und Dell Rechenzentrumsumgebungen verschieben lassen. Lenovo positioniert die ThinkStation PGX als sichere Sandbox, in der geistiges Eigentum im eigenen Haus bleibt.

  • Service und Support: Es gelten die gewohnten Business-Serviceoptionen. Dell bietet beispielsweise ProSupport mit Vor-Ort-Reparatur am nächsten Arbeitstag nach Ferndiagnose an.

CANCOM-Tipp: Für die meisten Unternehmen gilt eine einfache Faustregel: Wählen Sie den Hersteller, der bereits Ihre Geräteflotte ausstattet. Ein Anbieter bedeutet einen Supportvertrag, einen Beschaffungsprozess und einen Ansprechpartner.

Vorteile
Große Modelle auf dem Schreibtisch
Ein einzelnes System unterstützt Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern, zwei gekoppelte Systeme bewältigen rund 405 Milliarden.
Sensible Daten bleiben im Haus
Sie können Modelle per Fine-Tuning mit Verträgen, Produktdokumentationen oder Support-Tickets trainieren, ohne dass diese Daten Ihr Unternehmen verlassen.
Sofort einsatzbereit
Jedes System wird mit NVIDIA DGX OS auf Basis von Ubuntu Linux und einem kompletten AI-Software-Stack ausgeliefert.
Nahtloser Weg in die Produktion
Teams können Modelle lokal entwickeln und testen und sie anschließend in die Cloud oder ins Rechenzentrum überführen.
Beschaffung und Support auf Business-Niveau
Die Systeme sind bei etablierten Herstellern mit vertrauten Garantie- und Serviceoptionen erhältlich.
Bürotaugliche Größe
Das komplette System findet auf einer Grundfläche von 150 × 150 mm Platz.
Grenzen
Ein Werkzeug für Entwickler, kein Büro-PC
Sie brauchen jemanden, der sich mit Linux und AI-Frameworks auskennt.
Für die Entwicklung gebaut, nicht für den Massenbetrieb
Bei einer Speicherbandbreite von bis zu 273 GB/s erfolgt die Textgenerierung mit großen Modellen spürbar langsamer als auf Multi-GPU-Systemen.
Eine erhebliche Investition
Die Business-Varianten liegen preislich im mittleren vierstelligen Euro-Bereich. Engpässe bei Speicherchips haben die Preise 2026 steigen lassen – aus diesem Grund hat NVIDIA auch den Listenpreis seines eigenen DGX Spark angehoben. Für einfache lokale Inferenz erreichen Systeme mit AMDs Ryzen AI Max+ 395 eine vergleichbare Leistung zu einem niedrigeren Preis.
Ideal für: Entwickler, Datenspezialisten und kleine Teams, die AI entwickeln oder anpassen möchten, statt sie nur zu nutzen. Typische Beispiele sind ein Start-up mit zwei oder drei Entwicklern, das den Prototyp eines eigenen Chatbots baut, oder eine Anwaltskanzlei, die einen privaten AI-Assistenten für vertrauliche Mandantendaten betreibt.
Heller, moderner Serverraum mit hellgrauen Server-Racks und roten Patchkabeln, im Hintergrund ein Techniker

Option 3: Cloud-AI – maximale Skalierbarkeit ohne Vorabinvestition

Für viele Unternehmen beginnt der Weg zur AI in der Cloud – oft ganz ohne bewusste Entscheidung. Bei Cloud-KI laufen die Modelle in den Rechenzentren des Anbieters, und Ihr Team greift über Tools darauf zu, die es ohnehin nutzt: etwa über einen Assistenten in Word, Outlook oder Teams, einen browserbasierten Chat oder eine Schnittstelle (API), die AI mit Ihren eigenen Anwendungen wie CRM oder Helpdesk verbindet.

Der größte Vorteil ist der Zugang zu Spitzenleistung. Die leistungsfähigsten AI-Modelle benötigen Rechenleistung in einer Größenordnung, mit der kein Schreibtischsystem mithalten kann – in der Cloud stehen sie Ihnen vom ersten Tag an zur Verfügung, ohne dass Sie Hardware kaufen, installieren oder warten müssen. Abgerechnet wird pro Nutzerlizenz oder nach tatsächlicher Nutzung. Das macht Cloud-AI besonders attraktiv für Pilotprojekte, schwankende Workloads und Unternehmen, die AI schnell für viele Mitarbeitende ausrollen möchten.

Das Spektrum der Cloud-AI-Dienste reicht von Microsoft 365 Copilot bis zu AI-Plattformen auf Azure und bei anderen Anbietern. Die entscheidende Frage ist dabei weniger, ob Sie die Cloud nutzen, als vielmehr, welche Daten Sie ihr anvertrauen – darauf gehen die Grenzen weiter unten ein.

Vorteile
Die leistungsstärksten Modelle
Die Anbieter entwickeln ihre Modelle laufend weiter.
Keine Hardware-Investition
Sie können flexibel hoch- oder herunterskalieren, sobald sich Ihr Bedarf ändert.
Schneller Rollout
Die Dienste lassen sich unkompliziert in bestehende Microsoft-365-Umgebungen integrieren und sind über den CANCOM Cloud Marketplace erhältlich.
Niedrige Einstiegshürde
Für den Start brauchen Sie kein eigenes AI-Know-how im Haus.
Grenzen
Laufende Kosten
Lizenzgebühren pro Nutzer und nutzungsabhängige Kosten steigen, je breiter AI im Unternehmen eingesetzt wird.
Daten verlassen das Unternehmen
Die Verarbeitung erfolgt im Rechenzentrum des Anbieters. Prüfen Sie DSGVO-Konformität, Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) und die Datenspeicherung in der EU – insbesondere bei Kundendaten, personenbezogenen Daten und geistigem Eigentum.
Abhängigkeit
Sie sind auf eine stabile Internetverbindung sowie auf die Preise und Konditionen des Anbieters angewiesen.
Ideal für: Unternehmensweite AI-Assistenten und Workloads mit schwankendem Bedarf. Eine Marketingagentur kann beispielsweise Kampagnenentwürfe in großer Zahl erstellen, ohne in eigene Hardware zu investieren.
Cloud Marketplace

Machen Sie aus Ihrer Hardware-Investition einen Produktivitätsgewinn.

Kombinieren Sie Ihren AI-Laptop mit Microsoft 365 Copilot und lassen Sie Ihr Team vom ersten Tag an intelligenter arbeiten – jetzt im CANCOM Cloud Marketplace verfügbar.

Auf einen Blick: AI-PC vs. AI-Workstation vs. Cloud-KI

Kriterium
AI-PC
Workstation
Cloud-KI
Ideal für
Alle Mitarbeitenden
Entwickler, AI- und Datenteams
AI-Dienste für das ganze Unternehmen, schwankende Workloads
Typische Aufgaben
Meeting-Funktionen, lokale Assistenten, Produktivität im Arbeitsalltag
Prototyping, Fine-Tuning, private Nutzung großer Modelle
Leistungsstarke Assistenten, Analysen und Content-Erstellung im großen Maßstab
Wo werden Daten verarbeitet?
Auf dem Gerät
Auf eigener Hardware im Unternehmen
Im Rechenzentrum des Anbieters
Kostenmodell
Teil des regulären Refresh-Zyklus (CAPEX)
Einmalige Investition pro Gerät (CAPEX)
Abonnement oder nutzungsbasiert (OPEX)
Skalierbarkeit
Wächst mit Ihrer Geräteflotte
Begrenzt auf ein bis zwei Geräte
Nahezu unbegrenzt
Wichtigste Grenze
Nur kleine Modelle; Software-Unterstützung wächst noch
Erfordert AI-Know-how; kein klassischer Büro-PC
Laufende Kosten; Daten verlassen das Unternehmen

So finden Sie die richtige Lösung

Beantworten Sie vor der Investition fünf Fragen:

  1. Wer wird AI nutzen? Sollen alle Mitarbeitenden AI nutzen, setzen Sie vorrangig auf AI-PCs und einen unternehmensweiten Cloud-Dienst. Geht es nur um einige wenige Spezialisten, kommt eine dedizierte Workstation infrage.

  2. Wie sensibel sind Ihre Daten? Kundenunterlagen, personenbezogene Daten und geistiges Eigentum sprechen deutlich für eine lokale Verarbeitung.

  3. Möchten Sie AI nutzen oder entwickeln? Wer AI vor allem nutzen will, ist mit AI-PCs plus Cloud gut aufgestellt. Wer eigene Modelle entwickeln und anpassen möchte, sollte DGX Spark in Betracht ziehen.

  4. Wie gut lässt sich Ihre Nutzung planen? Bei konstanter, intensiver Nutzung rechnet sich eigene Hardware. Bei gelegentlicher Nutzung ist die Cloud meist im Vorteil.

  5. Haben Sie das nötige Know-how im Haus? Ein DGX Spark bringt nur dann echten Mehrwert, wenn jemand mit Linux und AI-Frameworks umgehen kann.

Die Empfehlung von CANCOM: Für die meisten KMU lautet die Antwort nicht „entweder – oder“, sondern: ein hybrider Ansatz. Machen Sie AI-PCs mit jedem Hardware-Refresh zum Standard. Stellen Sie einen freigegebenen Cloud-AI-Dienst für unternehmensweite Assistenten bereit. Ergänzen Sie ein System der DGX-Spark-Klasse nur dort, wo ein Team tatsächlich Modelle mit sensiblen Daten entwickelt oder anpasst. Beginnen Sie beim Anwendungsfall – nicht bei der Hardware.

Praktische Tipps für den Einstieg

  • Starten Sie mit einem Pilotprojekt. Testen Sie einen klar definierten Anwendungsfall über drei Monate und messen Sie das Ergebnis – etwa die eingesparten Stunden pro Woche.

  • Klassifizieren Sie Ihre Daten. Legen Sie fest, welche Informationen in Cloud-Tools verarbeitet werden dürfen und welche im Haus bleiben müssen. Eine klare KI-Nutzungsrichtlinie ist das wirksamste Mittel gegen Schatten-AI.

  • Sparen Sie nicht am Arbeitsspeicher. Planen Sie 16 GB RAM als Minimum für AI-PCs ein, für Power-User 32 GB. Bei vielen schlanken Business-Notebooks ist der Arbeitsspeicher fest verlötet und lässt sich später nicht aufrüsten.

  • Denken Sie die Infrastruktur mit. Ein lokales AI-System braucht – wie jeder Server – ein schnelles Netzwerk, zuverlässige Backups und eine saubere Zugriffskontrolle.

  • Berechnen Sie die Total Cost of Ownership. Vergleichen Sie die Cloud-Gebühren über drei Jahre mit den Gesamtkosten eigener Hardware – einschließlich Energie, Administration und Support.

Fazit

Die eine „beste“ AI-Infrastruktur gibt es nicht – wohl aber den richtigen Mix für Ihr Unternehmen. AI-PCs bringen alltägliche AI-Funktionen zu allen Mitarbeitenden und werden mit jedem Hardware-Refresh zum Standard. Kompakte AI-Workstations wie NVIDIA DGX Spark geben Entwicklern und Fachteams die Leistung, große Modelle lokal zu entwickeln und anzupassen, während sensible Daten im Haus bleiben. Cloud-AI bietet maximale Skalierbarkeit und die leistungsfähigsten Modelle ohne Vorabinvestition. Unternehmen, die mit klaren Anwendungsfällen starten, ihre Daten klassifizieren und diese Optionen gezielt kombinieren, schöpfen das volle Potenzial von AI aus – ohne Geld in Hardware zu stecken, die sie gar nicht brauchen.

Häufige Fragen zu AI-Workstations im Unternehmen

Was ist der Unterschied zwischen einem AI-PC und einer AI-Workstation mit NVIDIA GB10?

Ein AI-PC ist ein Standard-Business-Laptop oder -Desktop mit NPU, der kleinere AI-Aufgaben im Arbeitsalltag beschleunigt – etwa die Rauschunterdrückung in Videocalls. Eine AI-Workstation mit NVIDIA-GB10-Chip ist dagegen ein spezialisiertes System mit 128 GB Unified Memory und Blackwell-GPU, das dafür ausgelegt ist, große AI-Modelle lokal zu entwickeln, anzupassen und auszuführen.

Worin unterscheiden sich NVIDIA DGX Spark und die GB10-Workstations von Dell, HP oder Lenovo?

Alle Systeme basieren auf demselben NVIDIA GB10 Grace Blackwell Superchip mit 128 GB Unified Memory und laufen mit NVIDIA DGX OS – die Kernleistung ist also identisch. DGX Spark ist NVIDIAs eigene Variante. Der Dell Pro Max mit GB10, die HP ZGX Nano G1n AI Station und die Lenovo ThinkStation PGX ergänzen eigene Speicheroptionen, Serviceangebote und im Fall von HP das ZGX Toolkit. Für die meisten Unternehmen gibt den Ausschlag, welcher Hersteller bereits die eigene Geräteflotte stellt.

Kann eine GB10-AI-Workstation einen normalen Büro-PC ersetzen?

Nein. GB10-Workstations laufen mit NVIDIA DGX OS, einem Linux-basierten Betriebssystem, auf einem Arm-Prozessor und sind für die AI-Entwicklung konzipiert. Sie ergänzen die Windows- oder macOS-Geräte Ihres Teams, ersetzen sie aber nicht – und sie brauchen jemanden, der sich mit Linux und AI-Frameworks auskennt.

Wie große AI-Modelle kann eine GB10-Workstation ausführen?

Ein einzelnes GB10-System unterstützt Modelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern, zwei gekoppelte Systeme arbeiten mit Modellen von rund 405 Milliarden Parametern. Das reicht für Prototyping, Fine-Tuning und private AI-Assistenten kleiner Teams. Sollen viele Nutzer gleichzeitig auf die AI zugreifen, ist eine Server- oder Cloud-Lösung die bessere Wahl, da die Speicherbandbreite von bis zu 273 GB/s den Durchsatz begrenzt.

Ist lokale AI automatisch sicherer als Cloud-AI?

Nicht automatisch. Bei lokaler Verarbeitung bleiben die Daten zwar in Ihrem Haus, das System braucht aber trotzdem Zugriffskontrollen, Updates, Backups und Netzwerksicherheit. Cloud-Anbieter bieten ein hohes Sicherheitsniveau – Sie sollten jedoch die Auftragsverarbeitungsverträge prüfen und genau wissen, wo Ihre Daten gespeichert werden.

Wie viel NPU-Leistung braucht ein Business-Laptop?

Für die Copilot+-Funktionen in Windows 11 benötigt die NPU mindestens 40 TOPS. Darüber hinaus macht ein höherer TOPS-Wert im Arbeitsalltag derzeit kaum einen spürbaren Unterschied. Arbeitsspeicher, Akkulaufzeit und Verwaltbarkeit sind meist wichtiger.

Wann lohnt sich eine GB10-Workstation im Vergleich zur Cloud?

Eigene Hardware rechnet sich in der Regel, wenn AI intensiv und kontinuierlich genutzt wird oder wenn Daten zu sensibel sind, um das Unternehmen zu verlassen. Bei gelegentlicher Nutzung oder sich schnell ändernden Anforderungen sind Cloud-Dienste meist die wirtschaftlichere Wahl.